1. Biologisches Naturgesetz

Das erste biologische Naturgesetz hat 3 Kriterien:

  1. Jedes Sinnvolle Biologische Sonderprogramm (SBS) wird durch einen entwicklungsgeschichtlich dramatisch empfundenen Umstand aktiviert. Diese Aktivierung ist nicht psychischer Natur.
  2. Die Art der unbewussten Empfindung der biologischen Problemstellung bestimmt, welches spezifische SBS aktiviert wird.
  3. Das SBS verläuft stets synchron auf den drei Ebenen Psyche, Gehirn und Organ. Keine dieser Ebenen ist ursächlich für die Aktivierung des SBS.

 

Erklärungen zum 1. Kriterium:

Dr. Hamer taufte die dramatische Erstaktivierung eines SBS „DHS“. Eine Situation ist als DHS einzustufen, wenn wir völlig unerwartet die Kontrolle über die Situation verlieren und in der Konsequenz unsere biologische Existenz (oder auch die einer geliebten Person) in irgendeiner Weise bedroht ist.

Das SBS startet bei seiner Erstaktivierung nur, wenn die Situation für uns hochakut-dramatisch ist, wenn sie völlig unerwartet passiert (wenn wir damit nicht gerechnet hatten und uns nicht darauf vorbereiten konnten) und die Situation isolativ empfunden ist. Isolativ heißt, dass man zum Beispiel völlig alleine mit dem Problem ist oder man sich von niemandem verstanden fühlt. Ganz oft ist es auch der Fall, dass eine Person das Problem aus Scham für sich behält. Vielleicht aus Angst vor gesellschaftlichen Konsequenzen aller Art, weil das Problem sehr peinlich oder auch geächtet ist.

Das S in DHS steht für Syndrom. Damit ist das gleichzeitige Auftreten dieser 3 Kriterien gemeint.

Das DHS findet nicht auf der Bewusstseinsebene statt sondern auf der Instinktebene. Der biologische Konflikt ist also nicht psychischer Natur. Das DHS bewirkt lediglich eine Veränderung in unserer Psyche damit wir entsprechend handeln und fühlen und uns an den biologischen Konflikt anpassen oder ihn lösen können.

Das gestartete SBS ist also als Reflexreaktion zu verstehen.

Der biologische Konflikt betrifft den gesamten Organismus und drückt sich in den Ebenen Psyche-Gehirn-Organ aus. Demzufolge gibt es in keiner der Ebenen einen Zustand der nicht gleichzeitig in den jeweils anderen Ebenen ein Äquivalent hätte.

Demnach sind Vorstellungen wie „Stress/Angst/Falsche Gedanken führen zu Krankheit“ falsch. Denn der Stress, die Angst und die negativen Gedanken sind bereits Teil eines aktiven Sinnvollen Biologischen Sonderprogrammes (SBS).
Ein SBS wird notwendig, wenn man völlig unerwartet die Kontrolle über einen existenziell wichtigen Teil seines Lebens verliert.
Ob ein SBS symptomatisch problematisch wird hängt von der Konfliktintensität und der Dauer ab (Intensität x Dauer = Konfliktmasse). Mehr Details dazu im 2. und 5. biologischen Naturgesetz.

Die folgenden drei Darstellungen sind gemäß dem ersten biologischen Naturgesetz nicht korrekt:

2. Ebenso ist es falsch, dass die Psyche oder Seele ein Sinnvolles Biologisches Sonderprogramm auslösen soll:

3. Das DHS entsteht nicht in der Psyche, welche demzufolge auch nicht den Impuls an das Gehirn und von dort an das Organ weitergibt – diese gedachte Kausalkette wird oft interpretiert, doch sie besteht derart nich

Korrekt ist, dass die biologische Aktivierung sich gleichzeitig auf den gesamten Organismus auswirkt und das SBS in diesen drei gedachten Ebenen abläuft, von denen jedoch keine ursächlich ist:

Erklärungen zur biologischen Aktivierung folgen am Ende des Kapitels.

Vorsicht: Nicht allen SBSen muss unmittelbar ein hochakut-dramatisches, isolatives, unerwartetes DHS-Erlebnis vorhergegangen sein. Denn die meisten Prozesse werden durch sog. Schienen oder Rezidive (re)aktiviert (Detailierte Erklärungen dazu in Band 2 von „Das System der 5 Biologischen Naturgesetze“).

Vorsicht: Das DHS ist nicht mit „Stress“ gleichzusetzen. Der „Stress“ ist die Folge des DHS; es ist bereits das Symptom. Die biologische Aktivierung versetzt den Organismus in Stress. Der durchaus verbreitete Glaube, dass Stress zu einem SBS führt, ist also unkorrekt.

Eine grobe Abstufung der Entisolationsmöglichkeiten – also des Herausnehmens des isolativen Faktors – und somit des Verminderns der Gesamtkonfliktaktivität:

  1. Man erzählt das Problem, egal ob jemand zuhört oder ob Feedback kommt. Zum Beispiel auch in ein Tagebuch oder auf einer sozialen Plattform im Internet. Dies ist „besser als nichts“ und kann den Druck leicht herausnehmen.
  2. Man erzählt das Problem jemandem, der einem zuhört, mitfühlt, nachfragt. Eventuell hat er/sie ähnliches oder gleiches erlebte. Dann hilft dies umso mehr, um sich nicht mehr isoliert zu fühlen.
  3. Man teilt das Problem mit einer Person, die gleichsam betroffen ist; man trägt dasselbe Problem direkt zusammen. Dies ist der idealste Umstand für das Entisolieren.

Beispiel: Man schreibt in sein Tagebuch, wie traurig man über den Tod der eigenen Mutter ist (gemäß Stufe 1). Besser ist (gemäß Stufe 2) wenn man sich mit jemandem austauscht, der auch mal seine Mutter verloren hat und dies nachempfinden kann. Am besten (3.) ist der Austausch mit Geschwistern, die den Tod der Mutter direkt mit einem teilen und den Umstand gleichsam empfinden. Interessiert sich der Bruder eventuell jedoch gar nicht für die tote Mutter, ist er keine Hilfe.

Erklärungen zum 2. Kriterium:

Im Moment der biologischen Aktivierung wird der Konfliktinhalt definiert. Jedem Konfliktinhalt ist eine bestimmte psychische Veränderung, eine bestimmte Lokalisation des Hamerschen Herdes im Gehirn und eine bestimmte Organveränderung zugehörig. Welcher Konfliktinhalt (völlig unbewusst) interpretiert wird hängt von der Art der biologischen Bedürfnisse ab die konfliktiv betroffen sind.

Hierbei ist nicht relevant, was passiert. Es geht nur um die biologisch unbewusste Wahrnehmung der Situation. Man kann es sich so vorstellen, dass wir von einem Raster von so vielen biologischen Bedürfnissen gesteuert werden, wie es Organteile und somit SBS gibt. Jeder Konflikt fällt zwangsläufig in ein Feld dieses großen biologischen Bedürfnisrasters, denn außerhalb des Rasters gibt es keine Wahrnehmung oder Empfindung. Dabei ist es völlig gleichgültig, welche Namen wir dem Problem geben, welche Worte wir nutzen, um es zu beschreiben. Alles was wir erfahren, auch spirituelle Zusammenhänge, werden stets durch dieses biologische Raster gezwängt. So haben wir z.B. keine religiöse Ader. Das Verlangen nach einer Gottfigur ist dabei biologisch bedingt und es ist das Bedürfnis nach einem kompetenten Alphawolf oder Vater für die Gruppe, der alles regelt, einen beschützt und alles ins Lot bringt. Inwiefern wir auch jenseits der Biologie existieren und Bedürfnisse abseits davon haben, kann ich nicht sagen. Es liegt aber im Bereich des Vorstellbaren.

Gemäß den fünf biologischen Naturgesetzen hat jedes SBS einen Konfliktinhalt, der selbstverständlich in Worten formuliert ist. Doch wenn man bei einem SBS z.B. die Worte „Überforderungskonflikt“ oder „Sorge-Konflikt“ hört und man diese Worte für eine Sache im eigenen Leben passend findet, heißt dies nicht, dass man das entsprechende SBS aktiv hat. Welche Worte wir passend finden spielt keine Rolle. Ohnehin hat jede Person ihre eigene Sprache und verbindet mit jedem Wort etwas völlig oder leicht anderes entsprechend den erlebten Umständen, in denen man das Wort gelernt hat oder in denen es benutzt wurde. Es geht bei den Konfliktinhalts-Definitionen nur um die biologische Empfindung, die man eigentlich gar nicht in Worte fassen kann und die sich dabei auch immer an der Organfunktion orientiert.

Was man sicher sagen kann ist: Hat man ein spezielles SBS aktiv, dann hat man auch den entsprechenden Konfliktinhalt (egal welche Worte für ihn benutzt werden) aktiv. Erst dann kann man überhaupt erst eine Vorstellung dafür bekommen, was die jeweilige sprachliche Konfliktdefinition bedeutet und wie sie sich biologisch anfühlt.

Erklärungen zum 3. Kriterium:

Es handelt sich nur um drei gedachte Ebenen. Eigentlich ist es nur eine Ebene, die jedoch in drei einzeln diagnostizierbare Ebenen unterteilt wird. Da sie jedoch alle eins sind, wirkt sich jede Veränderung gleichermaßen auf alle drei gedachten Ebenen (Psyche-Gehirn-Organ) aus die somit immer synchron verlaufen.

Verändert man eine Ebene, verändern sich die anderen auch entsprechend. Mache ich ein Hirnrelais durch externe Applikation sympathikotoner, werden auch die zugehörige Organfunktion und das psychische Symptom sympathikotoner.

Wie gesagt, ist es eigentlich alles eins. Unser Denken und Empfinden steckt zwar im Gehirn, doch das Gehirn steckt auch in allen Organen, welche somit auch alle „denken“. Das sogenannte Organgehirn. Nimmt man es genau, gibt es keine Trennung zwischen Psyche, Gehirn und Organ. Kennt man den Zustand einer der drei Ebenen, weiß man auch, wo die beiden anderen sich gerade befinden.

Wie schon gezeigt, gibt es keine Kausalkette zwischen den Ebenen, sondern sie sind eine Einheit. Keine der Ebenen ist ursächlich für ein SBS.

Übrigens: Die Psyche ist in diesem System folgendermaßen definiert:
Empfinden – Sie gibt vor, wie man sich fühlt
Denken – Sie gibt vor, worüber man nachdenkt
Handeln – Sie erzeugt das Bedürfnis bestimmte Handlungen zu vollziehen

Je nachdem welches SBS läuft, hat man unterschiedliche Arten des Empfindens, Denkens und Handelns.

Beispiel

Im folgenden Beispiel erleben fünf unterschiedliche Personen oberflächlich die gleiche Situation, interpretieren diese jedoch biologisch komplett unterschiedlich:

Herr A betrachtet seine Rolle in der Firma hauptsächlich als Möglichkeit um seinen Lebensunterhalt zu sichern, es gibt ihm „das tägliche Brot“.

Die Schließung der Firma ist für ihn hochakut-dramatisch, da sein „täglich Brot“ nun gefährdet ist.

Er fühlt sich isolativ, da er alleinstehend ist und er das Problem komplett alleine trägt. Er hat mit dieser Situation nicht gerechnet, sie trifft ihn auf dem falschen Fuß.

Er erleidet einen biologischen Konflikt mit dem Inhalt des Verhungerns, einen „Verhungerungskonflikt“.

In diesem Beispiel aktiviert Herr A das SBS der Leber.

Dies heißt auf Organebene eine Überfunktion und ein Zellwachstum der Leber. (Dies ist ein Vorgriff auf das dritte biologische Naturgesetz, welcher an dieser Stelle und in den folgenden Beispielen nicht weiter verwirren soll.)

Psychisch erzeugt das Programm eine Angst vor Verhungerung und einen Antrieb sich um neue Einkommensmöglichkeiten zu kümmern.

Herr B hat eine höhere Stellung im Betrieb und sieht diese Stellung als den persönlichen Geltungsbereich an, als das eigene Revier.

Die Schließung der Firma ist für ihn hochakut-dramatisch, da sein bisheriger Geltungsbereich in dem er Ansehen genoss, plötzlich weg ist.

In seinem Job war er „Jemand“. Ohne diese Firma ist er ein „Niemand“.

Zusätzlich ist diese Situation isolativ, da keiner, der nicht in der gleichen Situation steckt, dies aus seiner Sicht nachvollziehen kann. Niemand versteht ihn.

Die Schließung war unerwartet.

Er erfährt eine biologische Aktivierung die sich auf den Platz in der Hierarchie der Gruppe bezieht.

Herr B erfährt in diesem Beispiel auf Organebene eine Verminderung der Testosteronausschüttung, eine Weitung und erhöhte Sensibilität seiner Herzkranzarterien, eine Senkung seines Pulses und eine Verminderung seiner penalen Sensibilität. Psychisch wird er antriebsloser. Diese Symptome haben den Zweck, dass er in der Gruppenstruktur (Begattungshierarchie) nach hinten versetzt wird und nicht die Möglichkeiten hat, etwas dagegen zu tun.

Herr C hatte sich stets als wichtigen Teil der Firma verstanden, ging es der Firma gut, war er stolz, ging es der Firma schlecht, litt sein Selbstwert.

Die plötzliche Schließung des Betriebs war für ihn eine schwere Niederlage, zumal man es nicht einmal für nötig befunden hatte ihn zu unterrichten.

Er steht völlig alleine da mit dem Problem und der Rausschmiss war völlig unerwartet.

Er erleidet einen sogenannten zentralen Selbstwerteinbruch. Er nimmt die Situation so wahr, dass seine Art den Job auszuführen, nicht gut genug war, dass seine Ideen nicht gut genug waren.

Herr C erfährt organisch einen Abbau eines der Gewebe der Lendenwirbel. Der Sinn dessen wird im fünften biologischen Naturgesetz erläutert.

Psychisch ist er völlig verunsichert bezüglich seiner Fähigkeiten in dem Gebiet, das seine Arbeit betrifft. Dies ist der Fall, wenn das erwähnte Programm nur einseitig läuft. Läuft es jedoch beidseitig ist das psychische Symptom ins Gegenteil gekehrt. Er würde seine Ideen und Fähigkeiten für die besten halten. Er entwickelt eine Motivation es allen zu zeigen, dass er diese Arbeit leisten kann, wie kaum ein anderer.

Herr D betrachtet seine Rolle in der Firma als eine Möglichkeit den persönlichen Luxus zu fördern.

Sein Lebensunterhalt ist durch seine große Familie gesichert. Er empfindet den Arbeitsplatz nicht als sein Revier, sondern in erster Linie sein Zuhause bei seiner Frau. Die Schließung der Firma ist für ihn daher nicht hochakut-dramatisch.

Die Schließung ist zwar isolativ und unerwartet, doch durch das Fehlen der Dramatik, stellt die Situation keinen biologischen Konflikt dar.

Bei Herrn D ist kein SBS notwendig, weil seine biologische Existenz in keinerlei Hinsicht beeinträchtigt wird.

Herr E ist der eigentliche Normalfall.

Er erfährt gleich drei Aktivierungen auf einen Schlag, da für ihn alle Bereiche dramatisch sind.

Bei ihm sind alle SBSe aus den vorhergehenden Beispielen notwendig.

Fast jede Konfliktsituation im Leben macht mehrere SBSe notwendig. Auch wenn wir nur einen einzigen Konflikt bewusst empfinden, ist diese bewusste Wahrnehmung nur die Summe aller Wahrnehmungsnuancen. Es ist so, als würde ein Konflikt mir eine blaue Brille aufsetzen und ein anderer eine gelbe Brille. Im Endeffekt leide ich nun darunter alles Grün zu sehen. Üblicherweise ist jede Konfliktsituation auf unterschiedlichen Ebenen gefährlich und eine breite Palette von organischen und psychischen Veränderungen ist nötig, um die Situation zu lösen.

Dass in einer Konfliktsituation nur ein einziges SBS startet, ist eine eher theoretische Überlegung und in der Realität eher selten.

Durch dieses Beispiel sehen wir, dass mehrere Personen die gleiche Situation völlig anders empfinden können. Sie können dabei unterschiedliche Konflikte erleiden oder auch gar keinen Konflikt. Jede Art des Konfliktes braucht einen bestehenden Nährboden, der vorweg gegeben sein muss.

Die Vorgehensweise zur Problemlösung wäre für alle dargestellten Beispiele vollkommen unterschiedlich. Es gibt natürlich noch unendlich andere Möglichkeiten der Konfliktempfindungen und der infolgedessen notwendigen SBSe. Nach den fünf biologischen Naturgesetzen haben wir keine Merksätze für diese Geschehnisse, weil jeder Fall völlig individuell ist, wie Sie schnell im Alltag erleben werden. Stattdessen gilt es, die Dynamik dieser Prozesse zu verstehen.

Beispielsweise könnte die Begründung für den Rausschmiss auch lauten „Sie sind immer zu langsam“ was dann, je nach Wahrnehmung, zum Beispiel das SBS der Schilddrüse aktivieren könnte oder eines des Knies. Das Schilddrüsenprogramm ist dafür da, einen schneller zu machen, was in Zusammenhang mit den dort produzierten Hormonen steht. Bei den Bestandteilen des Knies geht es um die Bewegung, um das „Nichthinterherkommen“ und „Nicht schnell genug sein“.

Ebenso könnte man mit dem SBS der Zähne oder der Ferse reagieren, weil man sich nicht dagegen wehren kann, weil man den Chef „nicht beißen“ oder „nicht zerstampfen“ kann. Fast jedes SBS wäre denkbar. Es hängt einzig und alleine davon ab, wie man die Situation im Detail wahrnimmt.

Es ist nicht von Relevanz, WAS geschehen ist, sondern nur, WIE es empfunden wurde. Dies ist der sog. Konfliktinhalt. Man kann also unmöglich sagen, welche Situation ein bestimmtes Geschehen notwendig werden lässt.

Unter dem DHS stellt man sich oft ein Weltuntergangsszenario vor. Doch es kann ebenfalls ein DHS sein, wenn wir aus Versehen ein gefülltes Glas umstoßen, wenn wir in einen Hundehaufen treten, wenn wir ausrutschen und hinfallen. Die Situationen sind nach einem Moment wieder vorbei und als ungefährlich identifiziert. Doch in dem Moment, wenn es passiert, wird es genauso dramatisch wahrgenommen, wie eine wirklich schlimme Sache. Symptomatisch liegt der Unterschied nur in der Laufzeit der Programme. Läuft ein Programm nur eine Sekunde, wird es in den meisten Fällen zu keinen bemerkbaren organischen Veränderungen kommen.

Vorsicht:

Nicht die Situation selbst macht den Konflikt, sondern die Wahrnehmung des Betroffenen! Welche der ca. 172 SBSe notwendig werden, hängt von der genauen biologischen Konfliktwahrnehmung ab; also welche biologischen Bedürfnisse im Detail gefährdet sind.Es spielt keine Rolle wie ICH die mir von jemandem beschriebene Situation empfinde, sondern nur, wie die betroffene Person sie empfindet. Klingt offensichtlich, doch es gibt immer noch viele Menschen, die einem Betroffenen einreden wollen, wie eine Situation zu empfinden sei oder dass sie egal sei. Dies hilft dem Betroffenen nicht. Dass die Person mit einem SBS auf etwas reagiert, beweist, dass es für die Person etwas Schlimmes ist.

Kurzerklärung zu den Hamerschen Herden (HH)

Die Symptome auf Ebene der Psyche sind eine veränderte Sicht auf die Welt, ein verändertes Handeln, Fühlen und Denken.

Am Organ gibt es Funktionsänderungen, die im 3. Naturgesetz genau beschrieben werden.

Auf Ebene des Gehirns sehen wir die sogenannten Hamerschen Herde, benannt nach ihrem Entdecker.

Diese sogenannten „Hamerschen Herde©“ (HH) sind sichtbare ringförmige Erscheinungen, die sich im Falle eines vorhandenen Sinnvollen Biologischen Sonderprogramms in der Computertomographie des Gehirns abbilden lassen. Je älter das Gerät, desto deutlicher der HH. Dies liegt an der damals noch geringeren Sensorendichte (=Auflösung). Das Ringartefakt, das der Hirnprozess bewirkt, ist auf neueren Geräten sehr viel feiner und weniger grob. Es ist also weniger gut zu sehen.

Die Hamerschen Herde können in zwei Varianten vorkommen. In der konfliktaktiven Phase und in der konfliktgelösten Phase (Details zu den Phasen folgen im 2. Naturgesetz).

„Aktiver Hamerscher Herd“:
Anhand der Lokalisation des Hamerschen Herdes lässt sich exakt sagen, welcher Konflikt aktiv ist, und welches Organ oder Organteil betroffen ist. Und dies unmittelbar nach dem DHS, also schon lange bevor ein Geschehen am Organ zu sehen ist.
Dr. med. Hamer hielt diese Kreiserscheinungen zunächst für Artefakte des CT-Gerätes; eine Annahme, die sich jedoch nicht länger halten ließ, da die Herde sich synchron zu den Organgeschehen änderten und die Position im Hirn stets beibehielten. Es war eine klare Systematik im Verhältnis zur Organebene seiner Patienten zu erkennen.

Doch im Grunde hatte Dr. Hamer Recht mit der Annahme, dass es sich um Artefakte handelt. Denn der abgebildete Kreis ist nach heutigem Wissenstand tatsächlich ein Artefakt des stattfindenden Hirnprozesses. Das heißt, die Röntgenstrahlen werden durch den Hirnprozess des aktiven SBS abgelenkt und ergeben im Bild dann eine Ringstruktur. Doch im Gegensatz zu den bekannten Geräteartefakten, können diese Artefakte in beliebiger Anzahl in einem Bild zu sehen sein. Geräteartefakte kann es jedoch nur eines geben.

Zum Vergrößern bitte klickenQuelle: Danke Doktor Hamer

Durch die zunehmende Zahl der Sensoren in den Computertomographen ergibt sich, dass die Hamerschen Herde immer schlechter zu sehen sind, da sie immer feiner werden.

Bei Vergrößerung: Im linken Bild 2 HH, im rechten einer.


„Gelöster Hamerscher Herd“:
Wird der zugrunde liegende Konflikt gelöst, wird die Lösung auch im Gehirn sichtbar. Während der Lösungsphase geschieht dies unter starker Schwellung.
Im CT stellt sich dies so dar, dass die bisher scharfrandigen Ringe nun verschwimmen und sich den anatomischen Gegebenheiten anpassen, also „eindellen“.

Quelle: Vermächtnis einer Neuen Medizin
von Dr. Ryke Geerd Hamer

Ein HH in Lösungsphase:
Oben rechts sieht man deutlich die Eindellung.


Durch die Schwellung und die Raumforderung kann es nun zu Ausfällen des Nervensystems, zu Schwindel und anderen Ausfällen kommen, indem umliegende Gewebe jedweder Art eingeschränkt werden. Am vom entsprechenden Hirnrelais gesteuerten Organ gibt es zu diesem Zeitpunkt Funktionseinbußen.

SBSe, die häufig an der gleichen Stelle im Gehirn ablaufen, können durch das ständige Hin und Her mit Vernarbungsprozessen sog. „Hirnzysten“ bilden. Das Gewebe ist dadurch weniger leistungs- und strapazierfähig.

Der weitere Verlauf des Hirnprozesses wird im 2. Naturgesetz erläutert.

Der geübte CCT-Diagnostiker ist nicht nur in der Lage, anhand eines CCTs zu bestimmen, welcher Konflikt in welcher Phase vorliegt und welches Organgeschehen damit im Zusammenhang steht. Er kann ebenfalls Auskunft darüber geben, wie alt der Konflikt ist und ob er häufig angelaufen ist oder nur einmal. Alte Programme, z.B. aus der Kindheit, können in Form von Vernarbungen ebenso erkannt werden.

Dieses Buch wird sich den Hamerschen Herden nicht detaillierter widmen, da der praktische Nutzen eher gering ist, zumal die drei Ebenen ohnehin immer exakt synchron verlaufen. So kann man durch organische oder psychische Symptome genau die gleichen (oder auch deutlich bessere) Schlüsse ziehen. Das Arbeiten mit Schädel-CTs dient in erster Linie der Forschung, um neue Zusammenhänge zu entdecken oder das bestehende Wissen zu verfeinern.

Ein CCT-Bild ist obendrein immer nur eine Momentaufnahme aus der Vergangenheit, die in einigen Teilen mit dem jetzigen Moment vielleicht schon nichts mehr zu tun hat. Die anderen beiden Ebenen sind jedoch immer brandaktuell. Und wenn man beispielsweise einen eindeutigen Organbefund hat, kann man damit schon genau vorhersagen, wie es im Gehirn aussehen wird, an welcher Stelle ein Hamerscher Herd zu sehen sein wird. Im Gehirn sind einige bestimmte Schaltzentralen jedoch so eng zusammen, dass man aufgrund eines CCT-Bildes nicht sagen könnte, welches Relais nun genau betroffen ist.

Für medizinische Zwecke braucht man ein CCT im Grunde nur dann, wenn die betroffene Person nicht kommunizieren kann oder die Situation aus anderen Gründen völlig unklar ist. Aufgrund der wahrnehmbaren Symptomatiken ist man mit wenigen gezielten Fragen schon am Ziel.

Ich positioniere mich deutlich gegen die Idealisierung der Gehirn-CTs zumal sie in den allermeisten Fällen überhaupt keinen Zweck erfüllen und die Person nur unnützerweise Radioaktivität ausgesetzt wird. Aus den bestehenden organischen und psychischen Symptomen kann man sich ohnehin ableiten, was man im CT sehen würde.

Reaktivierungen eines SBS

Es gibt drei Möglichkeiten ein SBS zu starten. Das DHS, das Rezidiv oder die Schiene.

Zum erstmaligen Start eines SBS ist immer das DHS mit seinen Kriterien (hochakut-dramatisch, isolativ, unerwartet) notwendig. Doch ab diesem Zeitpunkt kann das Programm jederzeit direkt wieder aktiviert werden, ohne dass ein DHS notwendig ist. Das DHS ist im Grunde sehr selten. Es wird fast nur in den ersten paar Lebensjahren mit den Eltern erlebt. Danach aktivieren wir tagtäglich mehr SBSe als wir zählen können durch Schienen und Rezidive.

Dort gibt es zwei Möglichkeiten, die ich an dieser Stelle nur in Kürze erläutern möchte. Die detaillierte Erklärung folgt in „Das System der 5 Biologischen Naturgesetze Band 2“

1. Das Rezidiv

2. Die Schiene

Beim Rezidiv kommt man wieder in den Konfliktumstand hinein. Es braucht keinen großen Schock, es braucht nur das gleiche Problem. Ist zum Beispiel eine Person anwesend, die einem den Urkonflikt „reingehauen“ hat, ist man direkt wieder im ursprünglichen Programm drin, wenn man sie sieht. Verliert man seinen Job (DHS) und interpretiert eine Verhungerungsangst, so wird jede folgende Situation mit ähnlicher Aussicht das gleiche Programm nochmal starten lassen, auch wenn kein großer Schock vorherging. Die Sensibilität für den Start des Programmes ist dann nämlich herabgesetzt, es kann direkt starten. Ein Kind, das einen bestimmten Konflikt mit seiner Mutter erlebt hat, kann nun auf alle Frauen mit dem gleichen Programm reagieren. Vater und Mutter werden vom Kind meist generalisiert wahrgenommen und überall in der Welt in anderen Personen wieder gesehen.

Bei der Schiene läuft alles subtiler ab. Im Moment des DHS werden sämtliche parallel wahrgenommenen Eindrücke unbewusst abgespeichert. Tritt einer dieser Eindrücke wieder auf, startet das SBS erneut. Die gespeicherten Eindrücke können alles erdenkliche sein, was der Organismus wahrnehmen kann. Farben, räumliche Anordnungen, Gerüche, eine bestimmte Art von Gegenstand, eine bestimmte Art von Person oder Gesichtsausdruck, Geräusche, Wörter, eine bestimmte Art der Aussprache eines Wortes, aber auch unbewusst wahrgenommene chemische Verbindungen in der Nahrung, die man während des DHS zu sich nahm. So kann theoretisch alles jedes der etwa 172 SBSe starten. Eine Aufzählung von Möglichkeiten ist demnach absolut unmöglich. Man kann nur Beispiele geben, doch jeder Fall ist für sich individuell und man kann nur mehr das Prinzip dahinter verstehen, um damit andere Fälle herleiten zu können. Damit ein parallel wahrgenommener Umstand mit dem Konflikt in Verbindung gebracht werden kann ist nur wichtig, dass dieser exklusiv in dieser Situation auftritt. Etwas, das auch sonst immer oder oft auftritt, wird zu keiner Verknüpfung führen.

Der Sinn von Rezidiven und Schienen ist klar: Das Programm, das einem damals im Konflikt durch die Situation half, wurde als wirksam erkannt und wird jetzt direkt wieder gestartet, wenn ein Umstand erneut erkannt wird, der damals lebensbedrohlich war. Der Körper nimmt an, dass die Situation auch dieses Mal wieder lebensbedrohlich ist oder sein könnte. Demnach wird der Vorsicht halber das damals erfolgreiche Programm nochmals aktiviert. Ein Programm wird als „erfolgreich“ interpretiert, wenn man einen Konflikt überlebt hat.

Im Alltag sind wir von morgens bis abends mit Rezidiven und Schienen konfrontiert. Unsere Handlungen und unser Empfinden sind ein Spielball all dieser Eindrücke. Praktisch also ein undurchschaubarer Wust. Wie ein Ball im Flipperautomaten. Unsere Handlungsmöglichkeit ist (falls überhaupt vorhanden), wie beim Flipper, sehr beschränkt. Die meiste Zeit prallen wir nur zwischen unseren Schienen und Rezidiven rum, ohne diese großartig bewusst wahrzunehmen.

Hat mir im Kleinkindalter eine als Autorität empfundene Person, in dem Fall der Vater, den Mund verboten und ich habe ihm, entsprechend der entstehenden Wesensänderung des daraufhin startenden SBSes, klein beigegeben, so werde ich später durch jede als Autorität wahrgenommene Person direkt wieder klein und ruhig. Es startet immer wieder das SBS, das mich ruhig stellt. Andersherum kann Autorität auch eine Schiene für ein SBS sein, das zum Widersetzen führt. Infolgedessen würde immer, wenn jemand einem sagen will, wo es lang geht, das ursprüngliche SBS aktiviert werden und man würde sich von niemandem etwas sagen lassen, sondern direkt kontra geben.

Dieses Beispiel bezog sich auf die psychische Ebene, aber die Programme laufen selbstverständlich auch im Gehirn und am Organ. So kann im Endeffekt jede Wahrnehmung zu jedem körperlichen und psychischen Symptom führen. Wobei man hier noch die Phasen des SBS beachten muss.

Am Verhalten der Person im aktiven SBS sieht man außerdem, in welchem Alter das Ur-DHS gewesen sein muss. Denn sie verhält sich dann wieder genau so, wie sie es beim ersten Mal tat. Das Gesicht, die Körperhaltung und das Verhalten verändern sich. Ein erwachsener Mann kann dann von einer Sekunde auf die nächste in Sachen Mimik und Körperhaltung wie ein kleines Kind aussehen, handeln und empfinden.

Von der Situation zum SBS

Diese Grafik ist meiner Ansicht nach eine der wichtigsten Überhaupt. Ohne diese exakte Verlaufskenntnis versteht man die SBSe nicht wirklich und man setzt den Hebel bei Interventionen stets an der falschen Stelle an.

Am Anfang steht immer die Situation an sich, das was tatsächlich passiert (a). Unsere ständige Wahrnehmung (b) nimmt diese Eindrücke auf und filtert sie durch unseren biologischen Code, unsere Erfahrungen usw. (c).

Basierend auf diesen beiden Faktoren wird die Situation bewertet (d). Sie wird entweder als biologischer Konflikt bewertet (e) oder nicht (f). Im Falle des biologischen Konfliktes gibt es zwei gleichzeitige Reaktionen (g). Dies ist ein Vorgriff auf das zweite biologische Naturgesetz. Einerseits die allgemeine Reaktion der Aktivierung des Sympathikus (h). Andererseits bestimmt der empfundene Konfliktinhalt, welches der ca. 172 SBSe aktiviert wird (i), welches dann auf seinen drei Ebenen in die konfliktaktive Phase versetzt wird (j) (ebenso Vorgriff auf das 2. Naturgesetz).

Es sei zu beachten, dass die ständige Wahrnehmung (b) des Organismus sich nicht nur auf die allgemein bekannten fünf bewussten Sinne beschränkt. Wir haben auch viele unbewusste Sinne, quasi Eingeweide-Wahrnehmungen, die z.B. auch die chemische Zusammensetzung des Nahrungsbrockens im Verdauungstrakt erkennen.

Der biologische Code (c) ist für jede Lebensart von Beginn an vorgegeben (a priori). Es bedarf z.B. keiner Lebenserfahrung, um bei Nahrungsmangel eine Verhungerungsangst zu empfinden. Zum biologischen Code zählen also alle für eine Rasse oder Art spezifischen Vorprogrammierungen. Die restlichen Bestandteile der lila Wolke (c) (Abb. 13) kann man als die Ansammlung aller erlernten Erfahrungen bezeichnen, jene, die uns also nicht schon von Beginn an mit auf den Weg gegeben wurden.

Die Wahrnehmung (b) der Realität/Situation (a) wird stets zwangsläufig durch diese Wolke (c) gefiltert und führt zur Bewertung der Situation (d). So kann ich auf eine Situation völlig panisch reagieren, während mein Nebenmann sie zwar wahrnimmt, ihr aber keine weitere Beachtung schenkt.

Konflikte und Konfliktlösungen entstehen somit immer in der Wirklichkeit 2. Ordnung. Das, was real passiert (Wirklichkeit 1. Ordnung), muss nicht zwangsläufig eine Auswirkung in konfliktive oder konfliktlösende Richtung haben. Eine Änderung in der Wirklichkeit 1. Ordnung kann jedoch einen Konflikt oder eine Konfliktlösung darstellen; aber nur über die daraus veränderte Wirklichkeit 2. Ordnung. Es ist alltäglich, dass man Konflikte einzig und alleine in der Wirklichkeit 2. Ordnung (also quasi im eigenen Kopf) startet und löst, ohne dass in der Wirklichkeit 1. Ordnung tatsächlich etwas Entsprechendes passiert wäre.

Biologische Bedürfnisse und biologische Konflikte

Die biologischen Bedürfnisse eines jeden Organes sind wichtig, um sich die Konfliktinhalte herzuleiten und diese zu verstehen.

Hinter jedem SBS steckt zwar in letzter Konsequenz ein Konflikt, der das eigene Leben oder das der Art bedroht. Doch diese viel zu grobe Sichtweise hilft erst mal nicht wirklich weiter.

Jedes Organ hat sein eigenes kleines Bedürfnis und somit seine eigene spezielle Konfliktnuance.

– Die Lederhaut beispielsweise will die Unversehrtheit des Körpers schützen. Folglich reagiert sie bei einer realen physischen Attacke, wenn man sich nur durch etwas verletzt oder besudelt fühlt, das einen berührt, aber auch durch eine gedachte Attacke. Wenn beispielsweise angedroht wird, dass man aufgeschnitten oder geschlagen werden wird, oder wenn man sich durch einen fiesen Spruch attackiert fühlt, der einem, dem Empfinden nach, an den Kopf oder in den Rücken geworfen wurde. Die Lederhaut reagiert dann an der Stelle, an der diese interpretierte Attacke empfunden wurde.

– Ein Muskel will eine bestimmte Bewegung ausführen. Die glatte Muskulatur des Darmes bewegt Brocken fort, die Skelettmuskulatur ist für Bewegungen des Körpers zuständig. Also reagieren die jeweiligen Muskeln mit ihrem SBS, wenn die jeweilige Bewegung nicht ausführbar ist oder wenn die Ausführung aufgrund mangelnder Geschwindigkeit oder Kraft nicht ausreicht. Bei der Darmmuskulatur geht es einfach um den Brocken, der im Darm festhängt und nicht weiterbewegt werden kann. Bei der Skelettmuskulatur kann es theoretisch um alles gehen. Jemanden festzuhalten, sich selbst oder jemand anderen mit einer Bewegung zu schützen, etwas Lebensnotwendiges schnell genug zu erreichen usw. Es reagiert der jeweilige Muskel, der für die entsprechende Bewegung verantwortlich wäre.

– Eine Speicheldrüse will einen Nahrungsbrocken einspeicheln oder verdünnen, um ihn besser herunterzuschlucken oder ausspucken zu können. Denn kann ich ihn z.B. nicht schlucken, muss ich in der letzten Konsequenz durch Verhungern sterben. Eine Speicheldrüse wird aber durchaus auch beim Küssen oder ähnlichem verwendet.

Es gibt also für jeden Organteil einen ganz genauen Konfliktinhalt, der seiner Funktion entspricht. Nur in der letzten Konsequenz betrifft jeder Konflikt also das Überleben eines selbst oder das der Art. Im Kern läuft also stets alles auf Fortpflanzung hinaus.

Darüber hinaus ist übrigens egal, ob der biologische Konflikt durch einen organischen Reiz oder durch eine bewusste Wahrnehmung entstanden ist. Wie im Beispiel beschrieben, reagiert die Lederhaut auch auf eine rein physische Attacke, von der wir bewusst nichts mitbekommen; also auf eine Verletzung des Gewebes.

Dies gilt analog für alle Gewebe. Der festhängende Brocken im Magen kann real dort sein, wie z.B. ein dickes Steak, welches ein oder mehrere SBSe des Magens kurzzeitig aktiviert, bis es ausreichend kleingemacht wurde. Es kann aber auch eine interpretierte Sache sein. Etwas Lebensnotwendiges, das festhängt, das nicht weitergebracht werden kann, um es dann nutzen zu können (die Nährstoffe werden im Dünndarm gewonnen, also kurz nach der Vorbereitung im Magen und im Zwölffingerdarm). Beispielsweise hatte ich vor dem Druck der ersten Auflage dieses Buches ein entsprechendes Problem. Ich konnte die Daten nicht in das entsprechende Format umwandeln, das die Druckerei benötigt. Der Brocken hing also quasi fest. Ich mühte mich viele Stunden ab und probierte unterschiedlichste Wege aus, bis es schlussendlich dann klappte. Der interpretierte Brocken wurde also erfolgreich weitergeschoben, so dass er dann genutzt werden konnte.

Biologische Konflikte werden nicht bewusst von uns wahrgenommen. Bei dem Wort „Konflikt“ denken viele direkt an „psychische Probleme“ oder zwischenmenschliche Krisen. Um so etwas geht es nicht. Das Wort Konflikt beschreibt hier eine Kluft zwischen den Bedürfnissen und der Realität. Und „biologischer Konflikt“ heißt, dass in letzter Konsequenz das eigene Leben oder die Art bzw. die Gruppe in Gefahr ist; denn in der Biologie geht es im Grunde nur um Überleben und Fortpflanzen. Daher macht alles, was diese beiden Bedürfnisse befriedigt, viel Spaß und sorgt für eine Erfüllung. Umso größer die Freude, wenn der eigene Nachwuchs sich nochmals fortpflanzt. Dann hat sich die eigene Existenz aus biologischer Sicht gelohnt.

Der Konflikt spielt sich stets auf der Instinktebene ab, nicht in unserem Bewusstsein oder in unserer Psyche. Wie ab Seite 40 beschrieben, kann das Bewusstsein nur ein Wertesystem, Glaubenssätze oder Erinnerungen zur Verfügung stellen, basierend auf denen dann biologisch instinktiv vom Organismus interpretiert und reagiert wird. Das, was wir psychisch wahrnehmen, ist der aktive Konflikt auf der Ebene der Psyche. Jede Form von psychischen Problemen und jede Form von Angst ist ein bereits aktiver Konflikt. Die Bedeutung, die wir der Sache bewusst geben, ist ein Folgesymptom. Es ist nicht die Ursache.

Meist ist uns auch der Konflikt gar nicht bewusst. So fühlen wir Ängste, wir ärgern uns, wir fühlen uns unfähig etwas zu schaffen, wir fühlen uns beobachtet oder ähnliches. Dies ist nur, was der Autopilot uns im aktiven Konflikt vorgibt, womit wir uns gedanklich oder vom Empfinden zu befassen haben. Wenn uns dann jemand sagt, dass wir uns keine Sorgen machen sollen, dass wir uns nicht so anstellen sollen, oder dass es nicht so schlimm sei, dann bringt dies nichts, da es nicht an die Ursache geht, sondern nur am (psychischen) Symptom rumdoktert.

Das psychische Symptom des aktiven Konfliktes muss also nicht zwangsläufig dem ursächlichen Konfliktinhalt entsprechen. So kann man an der völlig falschen Baustelle rumdoktern, weil man versucht, das zu bearbeiten, wovor die Person z.B. Angst hat. Die Ursache kann jedoch eine völlig andere sein. In diesem Zusammenhang ist wohl allen der Drang nach Desensibilisierung bekannt. Man konfrontiert die betroffene Person mit der Sache, vor der sie Angst hat, in der Hoffnung, dass sie sich daran gewöhnt. Die Erfolge sind dabei nahe Null. Und wenn es doch einmal funktionierte, dann hat man den eigentlichen Mechanismus nicht verstanden. Es gilt stets den biologischen Konflikt und das psychische Symptom zu unterscheiden. Oftmals wurde früher das psychische Symptom als Konfliktinhalt beschrieben. Dies stimmt jedoch oftmals nicht. Ich gehe an entsprechenden Stellen darauf ein.

Sucht man „den Konflikt“, sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Denn alle psychischen Sensationen und Wesensregungen sind die Summe aller Programme, die laufen. Wir glauben zwar, die Kontrolle zu haben, doch wir werden nur gedacht. Es ist wie eine Sonnenbrille; alles ist in eine bestimmte Farbe getränkt (Konfliktaktivität auf Ebene der Psyche). Doch wenn man die Brille dauerhaft auf der Nase sitzen hat, bemerkt man sie bald gar nicht mehr. Man glaubt die Verdunklung und Färbung der Brille wäre normal. Einen dauerhaft aktiven Konflikt einer Person zu erfragen, ist aus diesem Grunde problematisch. Man stelle sich vor, man hätte seit frühester Kindheit eine Sonnenbrille auf der Nase sitzen und hat sich komplett an sie gewöhnt. Würde ich jetzt fragen „siehst du alles ein wenig verdunkelt?“, würde man dies wohl verwirrt verneinen, da man natürlich meint alles normal zu sehen. Und so haben wir alle zig Brillen auf der Nase, die zusammengenommen unsere Sicht auf die Welt formen, die in keinem Falle „normal“ ist. Wir sehen alles durch unsere konfliktive Brillenansammlung auf unserer Nase. So ergeben sich von Person zu Person völlig unterschiedliche Ideen darüber, wie man sich im Leben zu verhalten hat, was man tun sollte, was gut oder weniger gut ist, was Spaß macht, wie die Dinge sind. Das Weltbild eben.

Der Konflikt ist wie eine Klaviertaste, die angeschlagen wird, und die schwingende Saite ist das aktive Programm. Es ist die Folge des Tastenanschlages und klingt einfach. So kann ein Mensch auch sein ganzes Leben lang aggressiv sein oder vor bestimmten Situationen Angst haben, ohne zu wissen warum, weil der Tastenanschlag, der ihn aggressiv oder ängstlich machte, nicht im Bereich seines Bewusstseins liegt und niemals gelöst wurde. Würde die Taste zig Jahre später losgelassen, wäre die Grundaggression bzw. Grundangst dieser Person wie verflogen. Das gleiche gilt im Grunde für alle unsere Einstellungen, Sichtweisen und den Rest unseres Charakters.

Er ist die Summe der aktiven Konflikte. Er ist die Summe unserer Überlebens-strategien. Ein breitgefächerter Akkord, der sich über die gesamte biologische Klaviatur erstreckt. Doch wir selbst legen keinen Finger auf die Klaviatur; dies tut der Autopilot. Ob ein Finger von der Klaviatur genommen werden kann, ist auch nicht unsere Entscheidung.

Alle SBSe sind instinktive Reflexe. Wenn uns ein Stück Dreck ins Auge fliegt, wird das Auge sich direkt in einer großen Geschwindigkeit schließen. Unsere bewussten Gedanken kommen erst danach ins Spiel. „Oh, da flog mir was ins Auge, das tut weh, nochmal Glück gehabt…“ oder ähnliches. Kracht es neben mir plötzlich ganz laut, werde ich reflexartig die Augen weit öffnen, meinen Kopf rumdrehen und zusammenzucken. Wiederrum ist davon nichts unsere willkürliche Entscheidung, obwohl der Auslöser durch unser willkürliches Hören wahrgenommen wurde. Und in dieser Hinsicht sind alle SBSe genau diesen bekannten Reflexen entsprechend. Rutsche ich vollkommen unerwartet aus und drohe hinzufallen, greifen meine Arme automatisch nach Halt oder bringen sich in eine Position, um den Fall bestmöglich abzufangen. Wenn ich beginne zu realisieren, was gerade los ist, liege ich vermutlich schon auf dem Boden oder habe mich gerettet. Der Körper hat alles alleine gemacht.

Der Bereich des Bewusstseins und der Steuerung unseres Organismus, der unserer bewussten Kontrolle unterliegt, liegt deutlich hinter dem Großteil des Organismus, der im Autopilot unterwegs ist. Und dieser Autopilot gibt uns sogar vor, mit was sich unser Denken und Handeln beschäftigt. Dort setzt dann, in sehr begrenztem Rahmen, unsere Willkür ein, die jedoch auch im Grunde durch den Autopiloten vorgegeben bzw. suggeriert wird. Die Tatsache, dass es nur um Reflexe geht, entzieht auch diversen Konzepten den Boden, die darauf aus sind, das DHS zu vermeiden. Einerseits ist dies nicht möglich und andererseits wäre dies nicht wünschenswert, da die daraus resultierenden SBSe uns sehr dienlich sind.

Zum 2. Biologischen Naturgesetz

Kritische Betrachtung des 1. biol. Naturgesetzes