Regelwerk Ektoderm

Im Entoderm und Mesoderm gibt es weder bewusste Wahrnehmungen noch irgendetwas, das wir bewusst beeinflussen könnten. Im Ektoderm bzw. in der Großhirnrinde liegt all jenes, was wir bewusst am Körper physisch steuern können – dies ist nämlich nur die Motorik der willkürlichen Muskulatur. Außer ihr haben wir keinerlei Kontrolle über den Körper.

Wie im Regelwerk des Entoderms dargelegt, gibt es von jeder Sinneswahrnehmung zwei Versionen. Die archaisch unbewusste und die „neuartige“ bewusste. Letztere liegen allesamt als Funktionen in der Großhirnrinde.

Während im Stammhirn nur durch eine archaische Brille die lebensnotwendigen Dinge und Gefahren gefiltert werden, können wir hier unsere Umwelt bewusst wahrnehmen.

Im Stammhirn wird ein „Brocken“ von der Nase und der Zunge nur auf seine chemische Zusammensetzung und seine Verwendbarkeit hin untersucht. In der Großhirnrinde hingegen kann ein Brocken gut riechen und schmecken oder auch nicht. Hier kann etwas auch gut riechen, jedoch entodermal ungenießbar sein.

Im Stammhirn wird das Auge nur benutzt, um, über die Wahrnehmung von Hell und Dunkel, Sicherheit und Gefahr zu erkennen. In der Großhirnrinde sehen wir, was wir wirklich um uns haben. Hier können wir etwas schön oder hässlich oder auch sexuell anziehend finden, was auf Stammhirnebene jeweils völlig irrelevant ist.

Immer wenn man eine unbekannte Person sieht, wird sie unbewusst gescannt. Erst schaut man ihr stammhirnmäßig ins Gesicht, um zu sehen ob sie feindselig oder freundlich ist, und direkt danach geht der Blick großhirnrindengesteuert auf die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale. Dieses unbewusste Blitzscanning jeder Person fasst im Grunde komplett zusammen, worum das Leben sich dreht. Überleben und Fortpflanzen.

Vorsicht: Nicht alles in der Großhirnrinde ist dem Bewusstsein unterlegen, sogar das meiste ist auch hier im Autopilot unterwegs, wie der gerade beschriebene Mechanismus.

Im Ektoderm liegen sämtliche Mechanismen, die der sozialen Interaktion dienen, und jene, die die Gruppe/Familie strukturieren. Die Strukturierung der Gruppe findet in den sog. Sexualbereichen bzw. Revierbereichen statt. Diesen habe ich ein extra Regelwerk in Band 2 gewidmet, weil es eine sehr komplexe Untergruppe des Ektoderms ist. Die zugehörigen Organe finden sich jedoch trotzdem in diesem Regelwerk. Jedoch nicht die genauen Definitionen der biologischen Aktivierungen, welche Aktivierungen wann zutreffen, die spezielle Reihenfolge der Relaisaktivierungen und wie die Gruppe dadurch strukturiert wird.

Die Art der jeweiligen Wahrnehmungen und Empfindungen in den unterschiedlichen Hirnteilen ist unter anderem insofern interessant, da man bei Konfliktsituationen teilweise bestimmte Gewebsgruppen komplett ausschließen kann, und somit per Ausschlussverfahren dem Ziel näher kommt.

Das Ektoderm wird in drei Gewebsgruppen unterteilt. Die Gewebe des Äußeren-Haut-Schemas, die des Schlund-Schleimhaut-Schemas und die Funktionen („SBSe ohne Ulcera“).

Bei den Geweben der beiden Hautschemen, geht es um Häute mit Sensibilität. Die Gruppe der Funktionen hingegen macht keine Zellprozesse, sondern nur Änderungen ihrer Funktionen.

Die Hautschemen

Zunächst möchte ich mich den Hautschemen widmen und wie man sich die Gewebszugehörigkeiten leicht merken kann. Die Unterschiede der Hautschemen liegen in den Verläufen der Sensibilität in den Phasen.

Die folgende Abbildung zeigt alle Häute des Ektoderms und ihre Zugehörigkeit zu den jeweiligen Hautschemen. Die äußere Haut ist nicht ganz dargestellt, sondern nur an den Körperöffnungen. Die ganze äußere Haut gehört jedoch dem Äußeren-Haut-Schema an, wonach dieses auch benannt ist.

Die Darstellung ist lediglich schematischer Natur und sie beinhaltet Körperteile von Mann und Frau. Unzutreffendes bitte wegdenken. Dabei ist zu beachten, dass Männer auch Milchdrüsen und Milchgänge haben und auch stillen können. Die Harnröhre ist in der Grafik in einem Penis dargestellt, ist bei der Frau aber ansonsten gleich. Und was beim Mann die Penissensibilität ist, ist bei der Frau die Klitoris. Ob ein Gegenstück zur weiblichen Vaginalsensibilität existiert ist unklar.

Wie kann man sich die Zugehörigkeiten zu den Hautschemen leicht merken? Es steht ein sehr einfach zu verstehendes logisches Prinzip dahinter.

-Die gesamte äußere Haut gehört zum Äußeren-Haut-Schema (ÄHS), ebenso alles weitere, was man von außen am Menschen sehen kann.

-Die äußere Haut „wandert“ in die Nase ein, bis in den restlichen Atemtrakt. Ebenso wandert die äußere Haut in die Brust, in Penis/Vagina/Harnröhre, in den Po und in die Gänge der Tränendrüsen. Der gesamte Rest des Uro-Genitaltraktes ist ebenso zum ÄHS gehörend, wie alles, was unterhalb des Bauchnabels liegt.

-Einzige Einwanderungs-Ausnahme bildet der Mundraum. Dort hinein erstreckt sich, bis in den gesamten Verdauungstrakt (archaisch „Schlund“ genannt), das Schlund-Schleimhaut-Schema (SSS). Einzige Ausnahme dabei wiederrum ist, ganz am Ende des Traktes, die überlappende Schleimhaut des Rektums, welche zum ÄHS gehört und äußerlich als Rosette zu sehen ist. Diese Ausnahme ist vermutlich durch den Aufriss der archaischen Ringform bedingt, dass also, vor Zeiten des Aufrisses, der gesamte Verdauungstrakt zum SSS gehörte. Also sind alle ektodermalen Gewebe im Verdauungsschlauch (außer Rektum) dem Schlund-Schleimhaut-Schema zugehörig.

Somit sind auch die in der Grafik nicht erwähnten Gänge aller Speicheldrüsen und der Schmelz der Zähne Teil des SSS, da sie zum Mundraum gehören.

-Die ehemaligen Schlundbögen und die verkümmerten Ausführungsgänge der Schilddrüsen, die beide nur in der Embryonalentwicklung eine Funktion haben und mit dem Schlund/Darm-Schlauch in Verbindung standen, weshalb sie zum SSS gezählt werden. Beide Gewebe sind spätestens beim geborenen Menschen funktionslos. Die ehemaligen Schlundbögen laufen von den Ohren an den Seiten des Halses hinab bis zwischen die Lungenflügel.

-Bei den Koronargefäßen des Herzens ist mir keine logische Erklärung für ihr Hautschema (SSS) bekannt. Mir ist ebenso unklar, warum sie überhaupt eine Sensibilität haben.

Ein Wort zum Verdauungstrakt. Im Mundraum ist er komplett mit Ektoderm ausgekleidet, ebenso im oberen Teil der Speiseröhre. Dann gibt es jedoch ein Loch. Das untere Drittel der Speiseröhre hat keine „Ektodermtapete“. Dort liegt das darunterliegende Entoderm an oberste Stelle, der „Putz“ ist quasi zu sehen. Hier ist die Speiseröhre also unsensibel. Dies merkt man auch, wenn man etwas zu Heißes verschluckt. Es brennt, während es die Speiseröhre runtergeschoben wird (von glatter Muskulatur), doch ab dem Punkt der fehlenden ektodermalen Auskleidung hört der Schmerz auf und beginnt dann erst darunter wieder.

Das Äußere-Haut-Schema (ÄHS)

Der Unterschied der Hautschemen liegt in ihrem Sensibilitätsverlauf. Beim Äußeren-Haut-Schema sehen wir in der Sympathikotonie eine Hypoästhesie (Unterempfindlichkeit), in der Vagotonie eine Hyperästhesie (Überempfindlichkeit).

Die Taubheit der CA-Phase nimmt mit Dauer des CA-Phase zu und wird womöglich meist gar nicht so schnell bemerkt, weil der Übergang schleichend ist. Die Empfindlichkeit in der PCL-A ist dann deutlich zu bemerken. Doch zu Beginn der PCL-A-Phase kann es zunächst entgegen des Schemas zu einer starken Taubheit kommen. Dies ist durch eine komplette Funktionsstörung wegen der Schwellung im Hirnrelais bedingt, da keinerlei Reizweiterleitung stattfindet.

Empfindlichkeit bzw. Hyperästhesie ist nicht mit Schmerz gleichzusetzen, denn es tut nicht von alleine weh. Empfindlichkeit heißt, dass Berührung weh tut. Wird das Gewebe nicht berührt, kann es also auch in der PCL nicht wehtun. Der Berührungsschmerz kann als Ziehen, Stechen oder Brennen beschrieben werden. Also gänzlich unterschiedlich von zum Beispiel dauerhaften, stehenden, eventuell pulsierenden, Druckschmerzen im Neu-Mesoderm.

Die Epi-Krise nimmt man eher dadurch wahr, dass es plötzliche Irritationen der Sensibilität gibt. Das starke Auf und Ab der Sensibilität kann z.B. in der Nasenschleimhaut zu Niesen führen, weil der starke und schnelle Wechsel von Taubheit zu Hyperästhesie so wahrgenommen wird, als wäre ein Fremdkörper in der Nase. Daher liegt der Nieser vermutlich beim Übergang zur PCL-B. Auf der Oberhaut oder am Rektum bemerken wir die Epi-Krise durch plötzliches Jucken. Ebenfalls in den Bronchien oder am Kehlkopf, dort wird daraus jedoch ein Husten entstehen.

Das Schlund-Schleimhaut-Schema (SSS)

Das Schlund-Schleimhaut-Schema ist auch als „Inneres-Haut-Schema“ bekannt, was jedoch regelmäßig für Verwirrung sorgt, weil auch Gewebe des Äußeren-Haut-Schemas im Inneren liegen.

Hier verläuft der Sensibilitätsverlauf genau spiegelverkehrt zum ÄHS.

In der CA-Phase ist das betroffene Gewebe überempfindlich und wird bei Berührung stechen, ziehen oder brennen. Dies kann z.B. der Fall sein bei den Herzkranzgefäßen, wo jeder Blutstoß dann für Reibung und ein Stechen sorgt, oder bei der Auskleidung der kleinen Kurvatur des Magens, wo die Magensäure dann für erhebliches Brennen sorgt und jede Nahrung unangenehm ist.

Gleiches in der Epi-Krise, in der das Symptom der CA-Phase dann kurze Zeit (bis 20 Sekunden) verstärkt auftritt. Beim Fall der Herzkranzgefäße wäre dies dann ein ganz starkes Stechen. Nicht zu verwechseln mit dem krampfenden Schmerz der Epi-Krise der Myokarde (Neu-Mesoderm).

In den vagotonen Anteilen der PCL sind die Gewebe des SSS taub. Dies merkt man zum Beispiel, wenn eine Hautpartie im Mundraum betroffen ist, wenn man dort plötzlich nichts mehr fühlt.

Das Schema der Gänge

Zu den ektodermal ausgekleideten Gängen gehören die Bronchien, die Herzkranzgefäße, die Tränengänge, die Speicheldrüsengänge, die Milchgänge, die Harnröhre, die Harnleiter, die Pankreasgänge, die Leber-Gallen-Gänge und die Überreste der Schilddrüsengänge. Alle diese Gänge haben äußerlich eine Schicht aus glatter Muskulatur, die die Weitung der Strukturen reguliert.

In den jeweiligen CA-Phasen reagieren die Auskleidungen mit dieser Muskulatur zusammen. Sie sorgen in Sympathikotonie für eine direkte Weitung des Ganges. Dies bewirkt immer, dass ein höherer Durchfluss ermöglicht wird (von Sekret, Sauerstoff, Harn, Blut).

In der PCL-A-Phase kann die Schwellung zu einem Komplettverschluss oder zumindest zu einer Unterfunktion führen. Dies ist stark abhängig vom Grad der Aktivität der Nierensammelrohre. Bei manchen Geweben ist dies unbedenklich, bei anderen gibt es einen Rückstau (Galle -> Gelbsucht und geschwollene Leber), bei den Bronchien kann es lebensgefährlich sein, wenn man keine Luft mehr bekommt. Auch beim Pankreas besteht ernste Gefahr, weil er sich bei einem Rückstau zwangsläufig beginnt selbst zu verdauen.

In der Epi-Krise gibt es kurzzeitig eine sehr starke Weitung, also eine starke Überfunktion wegen eines großen Durchflusses. Je nachdem welches Hautschema betroffen ist, merkt man diesen Durchfluss dann sehr stark schmerzhaft, wie bei den Herzkranzgefäßen oder der Galle. Außerdem krampft die mitbetroffene glatte Muskulatur (tonisch und/oder klonisch) während dieses Prozesses, wodurch auch die große Funktionssteigerung resultiert.

In der PCL-B normalisiert sich alles wieder, mit noch leichten Schwellungs-symptomen.

Man sieht zunächst ganz links den Gang in seinem Normalzustand. Dann den in CA geweiteten Gang. Als nächstes den in PCL-A Zugeschwollenen, gefolgt vom in der Epi-Krise stark Geweiteten. Zuletzt normalisiert sich alles wieder mit noch schwacher Schwellung in PCL-B.

Zellprozesse

Bei den beiden Hautschemen gilt, dass in der CA-Phase die Zellen unterversorgt werden, dass sie sich nicht erneuern und somit absterben. Es gibt einen Zellabbauprozess, eine Ulcera.

Ulcera heißt, dass der Zellabbau an der Oberfläche stattfindet. Im Gegensatz zur Nekrose, wo der Abbau mitten im Gewebe passiert. Die Begriffe Nekrose und Ulcera sind also nicht gewebespezifisch, sondern abhängig von der Lokalisation. Im Ektoderm gibt es jedoch fast nur Häute, daher kann es dort fast nur zum Ulcus kommen.

In der PCL-Phase werden die Zellen wieder aufgebaut, und dies geschieht unter der obligatorischen Schwellung. In der PCL-B sehen wir die üblichen Vernarbungen, bei denen Bindegewebe eingelagert wird. Die Zellen können in der PCL-B auch ein kleines bisschen überschießend aufgebaut werden, jedoch bei weitem nicht so, wie im Neu-Mesoderm.

Da die Häute hauchdünn sind, kann nicht wirklich viel abgebaut werden, weil nicht viel da ist. Dr. Hamer spricht in seiner Literatur bei den Geweben des Ektoderms oft davon, dass der biologische Sinn in dem Ulcus liegt, weil durch den Zellabbau mehr Raum für die dort stattfindenden Prozesse frei wird.

Eine veraltete Interpretation, die durch die Entdeckung der Hautschemen nun revidiert werden kann. Denn einerseits würde der Abbau zu lange brauchen, um hilfreich zu sein, denn die Funktionsänderung wird ja direkt im Moment des Konfliktes benötigt. Andererseits sind die Häute so dünn, sie können für keine relevante Vergrößerung eines Querschnitts oder Volumens sorgen. Die Funktionsänderung der glatten Muskulatur und der Sensibilität können jedoch direkt für die sinnvolle Funktionsveränderung sorgen. Das Verlaufsschema ist folgendes:

Die Schwellungen im Ektoderm können groß werden, jedoch nicht so groß wie im Neu-Mesoderm. Sie können jedoch sehr viel schneller entstehen. Innerhalb von wenigen Minuten kann man so im Falle einer Konfliktlösung beträchtliche Schwellungsprozesse bekommen. Dies ist besonders deutlich zum Beispiel bei Prozessen in den Atemwegen oder an den Augenlidern zu bemerken. Eine Konfliktlösung kann hier umgehend zu deutlich bemerkbaren, störenden Symptomen führen.

Mehr zum Ektoderm

Dies war eine Kurzversion des Ektoderm-Regelwerkes. Die ungekürzte Version finden Sie im Buch „Das System der 5 Biologischen Naturgesetze Band 1“.

Darin sind Details zu jedem Rindenfeld der Großhirnrinde enthalten und zu nahezu jedem SBS.

Zum Beispiel zu allen Prozessen der Oberhaut, den Tränendrüsenausführungsgängen, den Milchgängen, den Schleimhäuten von Kehlkopf, Bronchien und Nase, des Harntraktes, der Rektumschleimhaut, der kleinen Kurvatur des Magens, der Gallengänge, der Pankreasgänge, der Mundschleimhaut, der Speicheldrüsengänge, der ehemaligen Schlundbögen, den Ausführungsgängen der Schilddrüse, der Netzhäute, der periinsulären Relais (Herzkranzgefäße, Herzrhythmus, sexuelle Sensibilitäten), der Glucagon- und Insulinproduktion, der Riechfunktion, der Hörfunktion, des Thalamus, des Periosts und den willkürlichen Muskelnbewegungen.